Wer ist eigentlich "Nanocladius jannae"?

Es begann einmal an einem Fliessgewässer in Zaire (heute Kongo), Kivu-Gebiet. Ein deutscher Biologiestudent aus Kiel schrieb seine Doktorarbeit über Mücken. Nein, nicht die, die stechen, davon gibt es streng genommen gar nicht viele, in der Überzahl sind die, die nicht stechen. Eine Gruppe davon sind die Chironomidae (Zuckmücken). Mückenlarven wachsen in Gewässern auf, einige in Stehenden, andere in Fliessenden. So die Nanocladius jannae.

Der Doktorand aus Kiel suchte nun in Zaire nach Mückenarten, die bislang noch nicht entdeckt waren, davon gab es 1972 noch genug. Wer heute danach suchen möchte, findet aber sicher auch noch die eine oder andere, keine Sorge. Einmal gefunden, untersucht, als neue Art eingeordnet, unter der Gattung "Nanocladius", musste er ihr einen Namen geben. Nun hatte er eine kleine Tochter, die damals noch in den Windeln steckte und ihn mit ihrer Mutter nach Afrika begleitet hatte, mit Namen "Janna". Perfekt für einen Artennamen auf "ae" und so wurde aus der bis dahin völlig unbekannten Chironomide die allseits bekannte "Nanocladius jannae".

Glaubt ihr nicht? Hier ein paar links, die ihre weltweite Berühmtheit belegen:

http://animaldiversity.org/accounts/Nanocladius_jannae/classification/

http://www.globalspecies.org/ntaxa/400055

http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/MittMuenchEntGes_070_0139-0148.pdf

http://sv.wikipedia.org/wiki/Nanocladius_jannae (auf schwedisch)

http://war.wikipedia.org/wiki/Nanocladius_jannae (auf tagalog! Das ist eine auf den Phillipinen verbreitete Sprache)

http://findrecord.ru/war/nanocladius-jannae/

um nur ein paar Seiten zu nennen. Ihr findet sicher auch Seiten auf russisch, wenn ihr den Namen in kyrillisch eingebt.

Wie sie genau aussah? Naja, Fotos hat damals keiner gemacht, das war nicht üblich, der damalige Doktorand hat ihre Einzelteile für seine Dissertation aber feinsäuberlich abgezeichnet. In erster Linie die Fortpflanzungsorgane von Männchen und Weibchen, da man nur daran die Artenunterschiede erkennen kann. Sie dürfte aber ungefähr so ausgesehen haben wie die Bleistiftzeichnung, die ihr im Header dieser Seite findet, die Flügel etwas anders geformt.

Für die Einzelteile seht euch die Veröffentlichung über die von dem damaligen Doktoranden im Kivugebiet gefundenen Chironomiden an: (Klick auf's Bild)

Übrigens fand er noch weitere Mücken, darunter eine, die er dann "Ablabesmyia ebbae" taufte. Die Mutter der kleinen Janna hiess nämlich "Ebba".